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Vereinsleben

Der Vereinszweck wird verwirklicht, insbesondere durch die Anfertigung oder Beschaffung von historischen und ethnologischen Bekleidungs- und Ausrüstungsgegenständen der dementsprechenden Zeitepochen und der daraus resultierenden Kulturgruppen, sowie deren praktischen Einsatz an Treffen innerhalb des Vereines, bei befreundeten Vereinen oder dem jährlichen INDIAN COUNCIL sowie bei öffentlichen Vorführungen an Veranstaltungen.

Man kann unser Vereinsleben auch als Living History (gelebte Geschichte) bezeichnen.

Der Wild-West-Club ist einer von wenigen Western-Vereinen, der ein eigenes Gelände nebst Gebäuden hat. Viele Anläufe wurden benötigt um endlich 1968 im Stadtteil Freiburg-Mooswald eine feste Bleibe zu finden. Aus dem ehemaligen Gelände der Freiburger Müllabfuhr wurde mit viel Fleiß und Einsatz eine Oase der Ruhe und Geborgenheit geschaffen. Hier wurde aus einer alten Baracke eine "Western-Trading-Post" errichtet, die mit einigen museumsreifen Dekorationsstücke ausgestattet wurde.

Die Mitglieder haben auf dem weitläufigen und teilweise bewaldeten Vereinsgelände mitten in der Stadt Freiburg die Möglichkeit, ihre Tipis, Lodges oder andere authentische Zelte aufzubauen und dem Leben der Indianer Nordamerikas, der Trapper, Waldläufer, Mountainmen, Farmer, Cowboys oder Siedler nach zu leben.

Natürlich hat so ein Vereinsgelände oder die Bauwerke nicht nur sein Schönes. Als Vereinsmitglied ist man hierbei für die entsprechende Pflege oder Instandhaltung gefordert.

Vieles im Westernhobby wird allein - oder zusammen - wie Kleidung, Zelte, Schmuck oder andere Gegenstände, die zum Leben gebraucht werden, in reiner Handarbeit angefertigt. Als Vorlage oder Anregungen dienen vor allem Bücher, Bilder, Zeichnungen und mittlerweile auch das Internet.

Man hilft sich gegenseitig und tauscht seine Erfahrungen im Umgang mit Werkzeugen sowie den verschiedenen Materialien, wie beispielsweise Leder, Perlen, Stachelschweinsborsten (Quill) oder Stoffe und vielem mehr miteinander aus.

Welche Darstellung in  welcher Epoche das einzelne Mitglied verfolgen will, bleibt ihm (oder ihr) überlassen. Wie genau man seinen Vorbildern folgen möchte, hängt oft von zeitlichen und finanziellen Möglichkeiten ab. Wichtig ist die Freude am Hobby, an der Gemeinschaft und den vielen ganz unterschiedlichen Aktivitäten, die wir hier erleben - nicht nur was das Hobby betrifft.

 

Darstellungsthemen

Indianer: die in Nordamerika gebräuchliche Bezeichnung “Natives” oder “First Nation”.
Eng mit der Natur verbunden sein, dem Alltag entfliehen und Freiheitsgefühle im Hobby erleben - das sind die hauptsächlichen Motive für eine ausgeprägte Indianer-Szene, die auch im Wild-West-Club eine große Anhängerschaft hat.

Der Vereinsgründer Fritz Enderle, einer der indianischen Urväter der deutschen Westernhobby-Szene verkörperte mit seinem indianischen Outfit den wohl bekanntesten Indianer überhaupt: Sitting Bull.

Beim Wild-West-Club wird das Leben und Wirken der Blackfoot nachgestellt. Die Blackfoot = Schwarzfuß ( indianisch Siksika) sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie. Die Blackfoot lebten im Nordwesten der Prärien östlich der Rocky Mountains. Das Stammesgebiet erstreckte sich im Norden tief hinein in die Provinz Alberta in Kanada und bis nach Montana (USA) im Süden. Sie unterteilten sich in mehrere Untergruppen, zu denen die mächtigen Nord- und Süd-Piégan, die Blood (Kainah) und die Blackfoot gehörten.

Die meisten Indianerstämme, die in den Ebenen der Prärie lebten - so auch die Blackfoot - waren Nomaden. Und wer kennt sie nicht die charakteristische Kegelform von einem Tipi - die Bezeichnung für das Zelt der nordamerikanischen Indianer. Ein Tipi fasziniert jeden Betrachter durch seine Schönheit und durch seine perfekte Konstruktion.  Wer jemals eines betreten hat, bleibt seinem Zauber ein Leben lang verfallen! Das Tipi gilt auch heute noch als eine der ”vollkommensten Behausungen” für das Leben draußen, in und mit der Natur.

Und warum gerade Blackfoot? Die Blackfoot waren ein ausgesprochenes Prärievolk, welches in einem Gebiet lebte, dass reich an Büffeln, Antilopen und Rehwild war und sich gut zur Pferdezucht eignete. Eingerahmt von den Rocky Mountains ist diese mit der Umgebung im Oberrheingraben -mit seinem Schwarzwald und Vogesen als Grenze- irgendwie vergleichbar.

Oder waren es die vielen Bildern, wie von Karl Bodemer oder Charles M. Russell erstellt, die die Blackfoot als stolze Indianer mit ihrem farbenprächtigen Outfit den Freiburger Western-Hobbyisten inspirierte?

Wir “junge” Krieger wissen es nicht genau aber wir sind mit Freude bei dieser authentischen Nachbildung dabei und schauen stolz auf unsere geschaffenen Stücke, die wir mit viel Sorgfalt und Akribie erschaffen haben

Cowboys: die in Nordamerika gebräuchliche Bezeichnung für einen Viehhirten. Die Hauptzeit der Cowboys begann nach 1865, als riesige, verwilderte Rinderherden in den südlichen Gebieten der USA (vorwiegend in Texas) zusammengetrieben werden mussten, und endete um 1880

Bei vielen Western-Filmen aus den frühen 50er und 60er Jahren hat das tatsächliche Leben und Wirken des Cowboys nichts gemein. Und auch die Italo-Western-Filme aus den 70er Jahren konnten die harte und entbehrungsreiche Arbeit eines Cowboys nicht im geringsten aufzeigen.

Die nachträgliche Verherrlichung dieser Cowboys geschah aber nicht erst durch Hollywood. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts erschienen kleine Groschenhefte, sogenannte Dime-Novels, in denen die Geschichten der Cowboys als Revolverhelden romantisiert wurden. Der Hauptprofiteur dieser Groschenromane war der ehemalige Jäger Buffalo Bill, der aus diesen Heften eine geniale Selbstvermarktung entwickelte und auf deren Basis eine international erfolgreiche Western-Show erschaffen wurde.

Der Beruf des Cowboys war vor allem im 19. Jahrhundert einer der schwersten, verbunden mit harter Arbeit und Entbehrungen. Ein Cowboy war oft 10 Stunden am Tag im Sattel mit wenig Unterbrechungen. Auf einem Vieh-Trail spielte sich das ganze Leben im Freien ab: es wurde im Freien gegessen, geschlafen und Bedürfnisse verrichtet. Oft kam man wochenlang nicht aus den Kleidern heraus.

Auf den Routen gab es viele Gefahren für die Cowboys: Indianer, Viehdiebe oder korrupte Landbesitzer, die Zölle erhoben. Die Herden vergrößerten sich zu dieser Zeit, aber die Weidefläche wurde knapp. Während dieser Zeit wurden die Cowboys in Schießereien und Gefechte verwickelt.

Auch wurden die Vieh-Trails immer länger, da die Herden vom Weideland direkt zu den Schlachthöfen oder zu Verladebahnhöfen getrieben wurden. Zentren bzw. Umschlagplätze waren damals Abilene, Dodge City oder Hays.

Die Aufgaben eines Cowboys waren sehr vielfältig. Nicht nur das Treiben der Rinder gehörte zu seinen Aufgaben, er war genauso zuständig für das Markieren der Rinder mit Brandzeichen sowie die gesundheitliche Betreuung der Tiere oder auf den Ranches mit einer Vielzahl von weiteren Arbeiten.

Zur “Freizeitgestaltung” eines Cowboys, die wir im Wild-West-Club nachzubilden versuchen, gehören  Geschicklichkeitsspiele, die wir als Rodeo-Disziplinen umsetzen, wie z.B. das Lassowerfen, das Peitschenschlagen, das Hufeisenwerfen oder das Schießen mit Vorderladerwaffen.

Siedler und Städter: Nachdem die Trapper und Mountain Men die Wege in den Westen (meist durch Vertreibung und Vernichtung der dort lebenden Indianer) geebnet hatten, waren es die Siedler aus dem Osten, die mit ihren großen Trecks zu dem gelobte Land aufbrachten.

Es gab die unterschiedlichsten Gründe, die die Menschen dazu veranlassten, immer weiter in den Westen zu ziehen. So war es in erster Linie die Freiheit, von der man hoffte, sie im gelobten Land zu erlangen.

Natürlich auch der Erwerb von Landbesitz ein Grund für die Westwanderung. Jedermann hatte das Recht auf 65 Hektar Land, das er sich selber abstecken konnte. Voraussetzung war allerdings, dass er es dann fünf Jahre lang kultivierte.

Und schließlich machten sich auch Handwerker und Geschäftsleute auf den Weg. Sie gründeten Städte, die zumeist erst aus Zelten bestanden, mit Kirchen und Schulen, ernannten Ordnungshüter -den Sheriff- die Recht und Gesetz Geltung verschaffen sollten. Aber bei der Eroberung des Westens hinkte die Zivilisation, sowie Recht und Gesetz stets hinterher.

Die Zeiten der Revolverhelden, Falschspieler, Bordellbesitzer und verräucherten Saloons mit den gepantschten Getränke begann.

Die meisten deutsche Westernvereine haben ihr Vereinsheim als Saloon ausgebaut. Beim Wild-West-Club wurde eine Holzbaracke in eine “Trading-Post” umgewandelt. Hier treffen sich neben den Siedler, Cowboys oder Revolverhelden auch Indianer, Trapper oder Mountain Men zum gemeinsamen Plausch bei Whisky, Bieren aus dem Schwarzwald oder einem echten “Badischen Viertele”

Mountain Men, Trapper und Pelztierjäger: In dieser Epoche stellen wir die Zeit  während der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts dar. Die Begriffe werden für die Fallensteller (Trapper), Pelztierjäger oder Männer der Berge (Mountain Men) in der Zeit des Pelzhandels in Nordamerika, dem heutigen Kanada und der USA verwendet. Die Hochphase des Pelzhandels bewegte sich in den Jahren von 1805 bis ca. 1840.

Durch die verschiedenen Kulturkreise mit denen die Trapper und Mountain Men in Berührung kamen ist dieses Darstellungsthema sehr interessant.

Bei der Ausübung des Hobbys können Kleidung aus verschiedenen Kulturen miteinander kombiniert und getragen werden. Indianische Kleidung aus Leder mit Fransen, die mit Perlen oder Quill (Stickerei aus Stachelschweinborsten) bestickt sind oder auch Kleidung, die von Händlern oder Handelsposten vertrieben wurden und für die Zeit in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts typisch waren.

Gebrauchsgegenstände, Gewehre mit Stein- oder Perkussionszündung und viele andere Dinge aus dieser Zeitepoche können ebenso angefertigt und getragen werden, um so ein authentisches Bild dieser Zeit wiederzugeben.

Armee: Neben der Darstellung von Soldaten aus dem Unabhängigkeitskrieg hat die Darstellung des Amerikanischen Bürgerkrieges (Sezessionskrieg) die wohl größte Bedeutung

Die Beschäftigung, gerade mit diesem Krieg, bietet Europäern (insbesondere Deutschen) auch die Verknüpfung mit ihrer eigenen Geschichte. Nach der gescheiterten Deutschen Revolution von 1848/1849 mußten viele Revolutionäre das Land verlassen um den Repressalien zu entgehen. Die meisten zogen es vor nach Amerika auszuwandern.

Diese Einwanderer wurden "Forty-Eighters" genannt und setzten sich aufgrund ihrer liberal-demokratischen Gesinnung für die Präsidentschaft Abraham Lincolns und gegen die Sklaverei ein. Nach dem Ausbruch des Bürgerkrieges 1861 traten viele "Forty-Eighters" in die Dienste der Unionsarmee und bekleideten dort z.T. auch hohe Offiziersposten. Bekannt sind unter anderen Carl Schurz, Franz Sigel, Alexander Schimmelfennig aber auch Friedrich Hecker.

Bei aller Faszination, welcher man bei der Beschäftigung mit diesem Krieg erliegen kann, darf man nicht vergessen, dass er der blutigste Krieg der amerikanischen Geschichte ist.

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